Recruiting-Basics! So finden & halten Sie gute Mitarbeiter!

In der ersten Phase nach der Gründung ist es vielleicht noch nicht relevant, aber früher oder später müssen die meisten Unternehmer sich Gedanken über Verstärkung machen, um Aufgaben delegieren zu können.
Doch wer nicht zuvor in einer Personalabteilung gearbeitet hat, ist schnell damit überfordert, qualifizierte und engagierte Mitarbeiter zu finden – und diese dann auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Wir geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Ihnen genau dies gelingt.

1. Die Suche

Bevor Sie Anzeigen schalten und andere Wege beschreiten, um Mitarbeiter zu finden, müssen Sie sich zunächst einmal darüber im Klaren sein, wen genau Sie eigentlich suchen. Hier hilft es, ein detailliertes Anforderungsprofil zu erstellen.
Darin sollten Sie unter anderem folgende gewünschte Voraussetzungen definieren:

  • Fachliche Qualifikationen
  • Schulbildung
  • Ausbildung und Studium
  • Berufserfahrung inklusive Praktika
  • Auslandserfahrungen
  • Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen
  • Soft Skills (z. B. Team- und Kritikfähigkeit, Empathie, Flexibilität, …)
  • Führungskompetenzen

Im nächsten Schritt müssen Sie eine entsprechende Stellenanzeige formulieren. Lassen Sie sich hierzu ruhig auch von anderen Unternehmen Ihrer Branche inspirieren. Ganz wichtig: Sehen Sie den Text und die Gestaltung des Stellenangebots immer durch die Augen Ihres anhand des Anforderungsprofils definierten Wunschkandidaten. Wodurch wird er oder sie sich am meisten angesprochen fühlen? Beachten Sie zudem einige „Basics“, die in Ihrem Angebot auftauchen sollten:

  • Eintrittstermin
  • Bewerbungsschluss
  • Ansprechpartner bei Rückfragen
  • Gewünschte Bewerbungsunterlagen
  • Bevorzugte Bewerbungskanäle

Ähnlich wie bei der Formulierung stellt sich natürlich auch bei Auswahl der passenden Medien die Frage: Wo erreichen Sie Ihre potentiellen neuen Kollegen? Als Werbeagentur oder IT-Unternehmer, die in der Regel junge Digital Natives suchen, ist es in den meisten Fällen ratsam, auf Online-Medien zu setzen. Ganz anders kann es sein, wenn Sie als Anwaltskanzlei einen neuen Partner, also jemanden mit viel Erfahrung und höheren Alters suchen.
Tipp für Startups: Eine tolle Website für Stellen, die nicht unbedingt ein klassischer 9-to-5-Bürojob sind, ist escapethecity.org. Hier präsentieren sich vor allem junge, innovative Unternehmen, die Menschen für eher ungewöhnliche Aufgaben suchen – vom Englischlehrer in Thailand bis hin zu einem Pärchen, das eine afrikanische Holiday-Farm leiten will.
Übrigens: Unter bestimmten Umständen kann es helfen, wenn Sie die Suche einem professionellen Headhunter überlassen. Gerade, wenn es um Führungspositionen geht, ist es oft gut, sich auf das Netzwerk und die Erfahrungen von jemandem zu verlassen, der seit vielen Jahren im Recruiting arbeitet und sich vielleicht sogar auf genau Ihre Branche spezialisiert hat. Zudem haben Sie so die Möglichkeit, zunächst anonym zu bleiben, wenn beispielsweise das Ausscheiden eines Geschäftsführers noch nicht öffentlich gemacht werden soll.

2. Die (Vor-)Auswahl

Nachdem die von Ihnen festgelegte Bewerbungsfrist abgelaufen ist, ist der nächste Schritt die Auswahl der Kandidaten, die Sie zum Vorstellungsgespräch einladen möchten. Hierbei sollten Sie sich immer wieder Ihr Anforderungsprofil vor Augen führen und die auf dem Papier bereits zu erkennenden Qualifikationen der Bewerber mit Ihren Vorstellungen abgleichen.
Wie viele Personen Sie zum Gespräch einladen, hängt letzten Endes davon ab, wie viel Zeit Sie investieren wollen. Überlegen Sie, ob die ausgeschriebene Position „wichtig“ genug ist, um mit zahlreichen Personen mögliche Termine abzustimmen und dann jeweils eine oder mehrere Personen im Unternehmen für das Gespräch freizuschaufeln.

Im Gespräch selbst sollten Sie unbedingt nicht nur auf reine Fakten schauen, sondern auch ihr Bauchgefühl berücksichtigen. Gerade in kleinen Unternehmen ist es besonders wichtig, dass die Chemie unter den einzelnen Teammitgliedern stimmt.
Ein Tipp: Nehmen Sie ruhig auch die Personen, die direkt mit der oder dem „Neuen“ arbeiten müssen, mit in das Gespräch und beziehen Sie sie so mit in die Entscheidung ein.  

Extra: Rechts und links des Weges schauen

Neben dem klassischen Weg, der Stellenanzeige, gibt es natürlich zahlreiche andere Möglichkeiten, neue Mitarbeiter zu rekrutieren.
Ein gutes Beispiel sind die Karriereplattformen xing.de und linkedin.com. Dort präsentieren Menschen sich mit ihren jobbezogenen Fähigkeiten und begeben sich damit gewissermaßen auf passive Jobsuche. Zudem ist es immer hilfreich, als Unternehmer selbst ein Profil anzulegen und dort anzugeben, welche Stellen man aktuell zu vergeben hat. Viele wechselwillige Arbeitnehmer recherchieren inzwischen vor allem in diesen Business-Netzwerken. Selbst bei Facebook gibt es inzwischen zahlreiche Job-Gruppen für bestimmte Branchen. Auch hier lohnt es sich also, mal reinzuschauen.
Besonders kreative Recruiting-Aktionen kommen immer wieder von Werbeagenturen. So hat zum Beispiel Scholz&Friends in Hamburg vor einigen Jahren die „Pizza Digitale“ entwickelt. Die Idee: Wann immer jemand in einer der anderen großen Hamburger Agenturen während (dort meist zahlreich abgeleisteten) Überstunden Pizza bei einem bestimmten Lieferdienst bestellte, bekam zusätzlich die Pizza Digitale, dessen Belag einen QR-Code formte. Scannte man diesen ein, landete man auf einer mobilen Landing-Page mit spannenden Job-Angeboten bei Scholz&Friends.

 3. Die langfristige Bindung

Mitarbeiter zu finden, ist nur der erste Schritt. Anschließend geht es vor allem darum, diese langfristig an Ihr Unternehmen zu binden. Ein faires Gehalt, ausreichend Urlaub und vernünftige Arbeitszeiten sind dabei lediglich die Rahmenbedingungen, die selbstverständlich sein sollten.
Heutzutage ist Arbeit für die meisten Menschen nicht mehr nur das, womit sie ihre Brötchen verdienen. Gerade in Ländern wie Deutschland geht es verstärkt darum, sich weiterzuentwickeln und entfalten zu können und im Job nicht zufrieden, sondern glücklich zu sein. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und Mitarbeitern so einen Vorteil gegenüber anderer Unternehmen zu bieten.
Hier ein paar Tipps, wie Ihnen neue Kollegen nicht gleich wieder abhandenkommen:

Fortbildung ermöglichen

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich weiterzubilden – durch Inhouse-Schulungen, Seminare, Fachtagungen oder Lehrgänge. Am besten regeln Sie diese Möglichkeiten vertraglich und halten sich regelmäßig daran. Und vergessen Sie nicht: Auch Sie als Unternehmer profitieren von qualifizierten Mitarbeitern.

Klare Aufgaben und Ziele formulieren

Nichts ist unmotivierender, als nicht zu wissen, was von einem erwartet wird. Das gilt auch und besonders im Job. Darum sollten Sie immer Aufgaben und Anforderungen immer klar formulieren und verteilen. So weiß jeder immer, was er zu tun hat. Zudem kann unter diesen Voraussetzungen niemand jemand anderem die „Schuld“ in die Schuhe schieben, wenn er oder sie mal etwas vergessen sollte.

Dem Mitarbeiter das Gefühl geben, Mit-Unternehmer zu sein

Binden Sie Ihre Mitarbeiter in Entscheidungen mit ein und informieren Sie alle im Unternehmen rechtzeitig und transparent über Veränderungen. Je mehr Ihr Team das Gefühl hat, nicht nur als Arbeitskraft wahrgenommen zu werden, sondern die Chance hat, Dinge mitzugestalten, desto stärker wird jeder Einzelne sich automatisch einbringen wollen.

Das Team-Gefühl stärken 

Im einem Team zu arbeiten bedeutet nicht nur, dass man sich jeden Tag im Büro sieht und ausschließlich im Job miteinander zu tun hat – sollte es zumindest nicht.
Ein großer Motivationsfaktor ist der Zusammenhalt unter den Kollegen. Hierfür gibt es zahlreiche förderliche Maßnahmen. Besonders regelmäßige Firmen- oder Abteilungsevents können viel dazu beitragen, dass ein Team sich auch als solches fühlt. Dabei muss es nicht immer gleich ein rauschendes Fest sein. Auch beispielsweise ein Tag in der Woche, an dem gemeinsam gekocht wird, stärkt das Wir-Gefühl im Unternehmen.

Kleine Extras bieten

Täglich frisches Obst, kostenlose Getränke, vergünstigte Mitgliedschaften in Fitness-Studios: Oft sind es kleine Dinge, die einen Arbeitgeber besonders attraktiv und sympathisch machen. Und in den meisten Fällen kosten solche Maßnehmen nicht einmal besonders viel …

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