Mit Facebook Anzeigen deine Zielgruppe erreichen – Der große Guide

Du hast sicher schon bemerkt, dass Facebook sich wirklich Mühe dabei gibt dir immer die passenden Inhalte zu zeigen und mehr über dich weiß als manch anderer.

Was dich erwartet:

1. So erstellst du deine erste Werbeanzeige
2. Der Facebook Pixel: Was ist eine Conversion & wie track’ ich das?
3. Finde deine Zielgruppe
4. Platzierung
5. Budget und Zeitplan
6. Format, Medien & Text
7. Fazit

Ich bin als Online Marketing Managerin häufig auf Seiten und Blogs zum Thema Marketing unterwegs. Kein Wunder schlägt mir Facebook regelmäßig Posts zu diesem Thema vor, die ich eigentlich gar nicht mit gefällt mir markiert, beziehungsweise noch nie etwas davon gehört habe. Schauen wir uns dieses Beispiel aus meinem Facebook-Stream an:

omx

Es ist ein Post zu der OMX Online Marketing Konferenz. Du findest der Beitrag sieht aus wie ein ganz normaler Facebook-Post von einer meiner “Gefällt mir”-Seiten? Bis auf 3 Hinweise, die den Beitrag als Anzeige entpuppen, hast du recht. Facebook legt großen Wert darauf, den Nutzer durch die Werbeanzeigen nicht zu stören und integriert sie somit einfach in deinen Newsfeed. Entweder du schaust die Anzeige an, oder scrollst einfach darüber hinweg – ohne Unterbrechung.

So unterscheidest du Werbeanzeigen von normalen Posts:

omx_anzeichen

Das Wort “Gesponsert” unter dem Seitennamen, der Like-Button rechts oben und der Call-to-Action (CTA) Button rechts unten. Der CTA kann verschiedene Aufforderungen beinhalten. Neben “Jetzt buchen” gibt es noch “Mehr dazu”, “Registrieren”, “Herunterladen” uvm.

Der normale Facebook-Stream ist allerdings nicht der einzige Ort in Facebook an dem Werbeanzeigen platziert werden. In der Spalte auf der rechten Seite neben deinem Stream befinden sich hauptsächlich Werbeanzeigen (in sofern du keinen AdBlocker hast). Auch diese stören deinen Facebook-Besuch nicht, sind allerdings etwas unscheinbarer als die Anzeigen direkt in deinem Newsfeed. Mehr dazu unter dem Punkt Platzierungen.

Okay, da du jetzt Werbeanzeigen von normalen Posts unterscheiden kannst stellt sich die Frage: “Lohnen sich diese Anzeigen für dich?”

Das musst du wohl oder übel selbst herausfinden. Was ich dir sagen kann: Es lohnt sich auf jeden Fall es auszuprobieren. Ich kenne genügend Selbstständige und auch Unternehmen, die mit Hilfe von Facebook-Werbung ihre Gewinne um ein Vielfaches erhöht haben.

Auch wir bei sevDesk arbeiten seit der Gründung mit Facebook-Anzeigen. Diese haben uns in der Startphase zu einem rapide wachsenden Kundenstamm bei sehr geringen Kosten verholfen und sind auch heute noch eine der wichtigsten Kundenakquise-Maßnahmen.

Du bist bereits auf Facebook aktiv und postest hin und wieder Neuigkeiten und Angebote für deine Fans? Das ist schon mal ein guter Anfang. Allerdings erreichen diese Posts nur einen Bruchteil deiner Fans und diese haben deine Facebook Seite sowieso schon mit „Gefällt mir“ markiert. Um mehr Fans und mehr Reichweite auf Facebook zu bekommen musst du wohl oder übel ein wenig Geld in die Hand nehmen, denn die organische – also nichtbezahlte – Reichweite wird immer weiter sinken. Mit Anzeigen kannst du das gut ausgleichen! Keine Panik – wir reden hier nicht von großen Summen. Facebook-Anzeigen kann man schon mit kleinstem Budget schalten. Mehr dazu unter dem Punkt Budget.

Ich habe dich überzeugt es auszuprobieren? Also los! Ich begleite dich beim Erstellen deiner ersten Anzeige.

1. So erstellst du deine erste Werbeanzeige

Um Anzeigen schalten zu können genügt dein einfaches Personenprofil leider nicht. Du brauchst dazu eine eigene Facebook-Seite für deine Tätigkeit. Über folgenden Link kannst du deine Seite erstellen: https://www.facebook.com/pages/create/

unternehmensform_fb

Als Fotograf oder Blogger wählst du beispielsweise die Kachel „Künstler, Band oder öffentliche Person“ und hast dann die Möglichkeit über das Dropdown die richtige Kategorie auszuwählen.

kategorie_fb

Nun noch einen Namen, ein paar Informationen, dein Profilbild und deine potenzielle Zielgruppe (dadurch weiß Facebook, wem es die Seite vorschlagen kann) auswählen und fertig ist deine neue Seite.

Hinweis: Die ganzen Infos kannst du auch Überspringen und nachträglich eintragen.

Tool-Empfehlungen für die Erstellung von Facebook Titelbildern: https://www.canva.com/
Canva_Logo

Die Seite ist anschließend mit deinem Profil verknüpft und du kannst jederzeit rechts oben über den Pfeil hin und her wechseln.
menu_fb

Das Prinzip der Werbeanzeigenerstellung ist nun ganz einfach. Logge dich ganz normal in dein Facebook-Konto ein und wähle rechts oben über den Pfeil “Werbeanzeige erstellen” aus.

Übrigens: Du kommst über “Werbeanzeigen verwalten” auch jederzeit in deinen Werbeanzeigenmanager

Alternativ kannst du auch direkt über diesen Link gehen: https://www.facebook.com/ads/create
Bevor du loslegen kannst musst du noch die Zahlungsart festlegen. Damit aktivierst du dein Anzeigenkonto.

Grundlagen: Grundsätzlich benötigt man für eine Anzeige immer zuerst eine Kampagne (Kampagnenziel festlegen) und anschließend eine Werbeanzeigengruppe (Zielgruppe & Budget). In dieser Werbeanzeigengruppe befinden sich anschließend die einzelnen Anzeigen. Möchte man eine zweite Zielgruppe ansprechen, muss man eine zweite Werbeanzeigengruppe erstellen.

Okay weiter geht’s mit dem Kampagnenziel – hier wird es schon etwas interessanter. Du musst dir nun Gedanken machen, was du mit deiner Anzeige erreichen möchtest. Folgende 12 Ziele stehen dir zur Auswahl und per Mouseover erhältst du von Facebook noch zusätzliche Informationen. Die meiner Meinung nach 5 wichtigsten Ziele werde ich gleich genauer erläutern:

kampagnenziel

1. Bewirb deine Beiträge

Dieses Ziel verwendest du, um einem deiner Pinnwand-Beiträge mehr Reichweite zu liefern, indem er nicht nur an deine Fans sondern auch an eine von dir ausgewählte Zielgruppe ausgeliefert wird. Du brauchst dazu keine eigene Webseite zu besitzen.

Beispiel: Du postest wöchentlich Angebote, Blogbeiträge oder Ähnliches auf deine Facebook Seite, die auch für bestimmte Personen interessant sind, die deine Seite noch nicht mit gefällt mir markiert haben. Mit diesem Ziel kannst du sie erreichen!

Es wird dazu keine neue Werbeanzeige erstellt, sondern einfach der vorhandene Beitrag beworben. Alle “gefällt mir”-Angaben und Kommentare erscheinen unter deinem Beitrag auf deiner Pinnwand.

Nutzung: Interaktionen mit den Beiträgen auf deiner Seite steigern
Kennzahl: Interaktionen mit dem Beitrag (Kommentare, Likes)

2. Hebe deine Seite hervor

Diese Art Anzeige dient lediglich dazu, deine Facebook Seite bekannter zu machen und dadurch mehr “gefällt mir”-Angaben zu sammeln. Auf der Anzeige steht wie vielen Personen deine Seite bisher gefällt und rechts unten ist ein CTA namens “Seite gefällt mir” platziert. Ein Klick darauf löst ein “Gefällt mir” deiner Seite aus.

Nutzung: Sammeln von „Gefällt mir“-Angaben und Bekanntheit deines Facebook-Auftritts steigern
Kennzahl: Gefällt mir Angaben

3. Leite Menschen auf deine Webseite

Wie der Name schon sagt werden mit Hilfe dieses Kampagnenziels Menschen mit einem Anzeigenklick auf deine Webseite geleitet. Auf deiner Webseite finden sie bestenfalls deine Leistungen und den Kontakt zu dir. Was genau die Nutzer auf deiner Webseite tun wird bei diesem Ziel nicht gemessen es geht nur um die Anzahl der Klicks.

Nutzung: Mehr Besuche auf deiner Webseite erzeugen
Kennzahl: Klicks auf die Werbeanzeige

4. Steigere Conversions auf deiner Webseite

Anders als bei Ziel 3 geht es hier nicht nur darum die Menschen auf deine Seite zu leiten, sondern eine Handlung, also eine Conversion zu erzielen. Conversions können beispielsweise Registrierungen für einen Newsletter oder eine Software sein oder der Kauf eines Produkts. Um zu messen, wann eine Conversion stattfindet, musst du den Facebook Pixel korrekt auf deiner Seite einbinden. Wie du den Pixel einbindest erkläre ich beim Punkt “Der Facebook Pixel”. Ist die Platzierung des Pixels erfolgt misst Facebook alle Conversions auf deiner Webseite und du hast eine genaue Übersicht wie viele Personen sich auf deiner Seite registriert bzw. eingekauft haben.

Auch wir bei sevDesk nutzen für unsere Werbeanzeigen dieses Kampagnenziel, da wir so genau wissen wie viele Registrierungen unsere Facebook-Anzeigen erzielen.

Nutzung: Steigere eine bestimmte Handlung auf deiner Webseite
Kennzahl: Conversions auf der Webseite

5. Erreiche Menschen in der Nähe deines Unternehmens (lokal)

Dieses Ziel ist für Unternehmen, die lokal arbeiten. Es kann bei der Anzeigenerstellung ein bestimmter Umkreis um den Unternehmensstandort gewählt werden (beispielsweise 30km). Alle Personen, die sich in diesem Umkreis befinden und der Zielgruppe (die später noch festgelegt wird) entsprechen, bekommen deine Anzeige zu sehen. Bei solchen Anzeigen kannst du entscheiden ob die Person per Klick auf deine Facebook-Anzeige oder auf deine Webseite weitergeleitet werden soll. Als Call to Action gibt es hier zu den Standard-Texten die Möglichkeit “Route planen” oder “Jetzt anrufen” zu wählen. Facebook hat also auch für lokale Geschäfte ein gutes Angebot.

Nutzung: Erreiche Menschen im Umkreis mit deiner Anzeige und leite sie auf deine Webseite oder Facebook Seite.
Kennzahl: Klicks auf die Webseite

2. Der Facebook Pixel: Was ist eine Conversion & wie track’ ich das?

Wie der Online-Marketer Karl Kratz so schön sagt:

KK

Und um eine Konversation zu messen musst du den Facebook-Pixel auf deiner Webseite integrieren!

Wenn du eine eigene Webseite besitzt und mit Facebook arbeiten möchtest ist es sehr ratsam den Facebook Pixel in den Kopfbereich deines HTML Codes zu implementieren. Die Implementierung ist einmalig. Falls du dich nicht im Code deiner Webseite auskennst hol dir am besten den Rat des Webseitenerstellers.

Durch die Implementierung des Pixels hast du folgende Vorteile:
– Alle Personen, die auf deine Webseite kommen werden von Facebook über den Facebook Pixel getrackt und können später als Zielgruppe genutzt werden. (Mehr dazu unter dem Punkt Zielgruppen)
– Der Pixel zeichnet Conversions auf, somit kannst du deine Werbeanzeigen entsprechend optimieren.
Wie du den Facebook Pixel zu deiner Webseite hinzufügst beschreibt Facebook eigens auf ihrer Hilfeseite. Dort findest du alle nötigen Informationen:

https://www.facebook.com/business/help/952192354843755

Tipp: Ob dein Pixel funktioniert kannst du mit folgendem Tool für den Browser überprüfen: https://developers.facebook.com/docs/facebook-pixel/pixel-helper

3. Finde deine Zielgruppe

Nachdem du dich für ein Kampagnenziel entschieden hast (im besten Fall Webseiten-Conversions), musst du nur noch den Namen eingeben und über “weiter” gelangst du zur Zielgruppenauswahl.

webseiten_conversions

Jetzt wird es spannend! Die Zielgruppe ist mit Abstand der umfangreichste Teil der Werbeanzeigenerstellung und bedarf oftmals einiges an Tests und Analysen.

Der Erfolg deiner Kampagne hängt größtenteils davon ab, ob du die richtige Zielgruppe auswählst!

Zuerst verschaffe ich dir einen groben Überblick über deine Möglichkeiten was die Wahl der Zielgruppe betrifft.

Möglichkeit 1: Zielgruppe nur über Demographie, Interessen und Verbindungen eingrenzen

Möglichkeit 2: Eine Custom Audience als Zielgruppe erstellen

Möglichkeit 3: Eine Lookalike Zielgruppe erstellen

Alle drei Möglichkeiten lassen sich beliebig miteinander kombinieren!

Ich gehe einfach mal davon aus, dass du dir unter den drei Möglichkeiten nichts vorstellen kannst und aktuell nur Bahnhof verstehst – wenn nicht: Klasse, du kannst die Erläuterungen gerne Überspringen!

Bedenke: Um deine Anzeigen an die richtigen Personen auszuspielen solltest du dir im Voraus einige (bzw. sehr viele) Gedanken zu deiner Zielgruppe machen, ansonsten geht deine Anzeige vermutlich den Bach runter, du wirst enttäuscht sein und Facebook-Anzeigen nie mehr anfassen, obwohl du ihr riesiges Potenzial noch gar nicht kennengelernt hast. Das ist traurig, aber so geht es leider vielen.

Falls du erst ein Gefühl für deine Zielgruppe entwickeln willst, kannst du dir die Zielgruppenstatistiken von Facebook zur Hand nehmen. Das ist ein hilfreiches Tool mit dem du herausfinden kannst welche demographischen Merkmale und welche Interessen deine Zielgruppe besitzt. Du hast dort auch die Möglichkeit, die Zielgruppe direkt zu speichern, um sie später in der Anzeige auszuwählen.

Wenn du schon relativ sicher bist was deine Zielgruppe angeht, kannst du den folgenden klassischen Weg direkt über die Anzeigenerstellung gehen.

Zielgruppe über Demographie, Interessen und Verbindungen eingrenzen

Facebook gibt dir standardmäßig bei der Eingrenzung einer Zielgruppe verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Auf der rechten Seite siehst du eine Art Tacho, der dir sagt ob deine Zielgruppe sehr spezifisch oder sehr groß ausgewählt ist. Du siehst auch die konkrete „Potenzielle Reichweite“.

tacho

Für den Anfang würde ich dir als Richtwert empfehlen die 10.000 Personen nicht zu sehr zu überschreiten. Der Tacho sollte immer im grünen Bereich liegen!

Es kommt immer auf dein Ziel an. Eine sehr breite Zielgruppe kann dir helfen deine Bekanntheit zu steigern und dein Branding vorantreiben, aber sobald du Kunden dazu bringen möchtest sich auf deiner Seite zu registrieren oder etwas zu kaufen brauchst du eine spezifische Zielgruppe.

Je breiter die Zielgruppe ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du Geld für Personen ausgibst, die gar nicht deiner idealen Zielgruppe entsprechen, was zu einer schlechten Performance deiner Anzeigen führen kann.

Ich hoffe nun, dass du dir genügend Gedanken darüber gemacht hast, wen du mit deiner Anzeige ansprechen möchtest, denn das ist WICHTIG – ich kann es nicht oft genug wiederholen.

target2

In meiner Beispielzielgruppe habe ich alle regelmäßig reisenden Männer und Frauen in Deutschland zwischen 25 und 35 Jahren, die sich in den letzten 6 Monaten verlobt haben ausgewählt. Dabei sagt mir Facebook, dass ich eine potenzielle Reichweite von 11.000 Personen habe. Mit einem Klick auf “Personen ausschließen” kann ich noch Eltern und werdende Eltern ausschließen. Und schon könnte ich Anzeigen für junge Verlobungs- oder Pärchenreisen schalten. Laut dem Tacho ist meine Zielgruppe noch etwas zu unspezifisch, aber trotzdem noch im grünen Bereich. Je nachdem was für Reisen ich anbiete könnte ich noch Interessen für die entsprechenden Länder und Kulturen hinzufügen. Facebook lässt fast keine Wünsche offen was die Auswahl der Zielgruppen angeht.

Beschränke dich für den Anfang am besten auf ein Land oder sogar ein paar spezifische Städte aus einem Land. Was das Alter angeht, sollte die Spanne auch nicht zu groß sein. In den Zielgruppenstatistiken von Facebook kannst du dich nochmal genau informieren welches durchschnittliche Alter deine Zielgruppe hat. Wenn du bei Sprachen nichts eintippst wird automatisch die Sprache des ausgewählten Standorts genutzt. Willst du nun aber Personen ansprechen, die in Deutschland leben und spanisch sprechen, kannst du spanisch dort als Sprache eintragen. Ist dein Produkt oder deine Dienstleistung eher auf Männer oder eben auf Frauen abgestimmt, kannst du das Geschlecht eingrenzen. Oftmals lohnt es sich auch nach dem Geschlecht zu trennen und jeweils die Anzeigenbilder und den Text auf das Geschlecht anzupassen. Solche Dinge lohnt es sich auszuprobieren.

Im Feld „Detaillierte Zielgruppenauswahl“ hast du nun etliche Möglichkeiten deine Zielgruppe genauer einzugrenzen.

Das ist besonders hilfreich, wenn man noch keine Webseiten-Besuche, keine große Fanbase, keinen eigenen E-Mailverteiler oder keine Kundenliste mit mehr als 1000 Personen besitzt.

Was du dort genau auswählen kannst hat der Marketing-Experte Felix Beilharz in einer PDF zusammengefasst.

Wenn du nicht genau weißt, nach was du suchen kannst, wähle „Durchsuchen“ und stöbere in den Kategorien. Sobald du eine Auswahl getroffen hast, schlägt dir die Auto-Vervollständigung automatisch weitere Auswahlmöglichkeiten vor. Per Mouseover siehst du immer wie viele Personen zu dieser Interesse, oder diesem Verhalten zugeordnet sind und dadurch angesprochen werden.

Bei den Zielgruppen lohnt es sich auch manchmal ums Eck zu denken und nicht nur die auf den ersten Blick typischen Interessen auszuwählen. Ein tolles Beispiel sind dabei die Gründer eines Burger-Restaurants. Sie erzählen in einem Beitrag, wie sie über Facebook-Anzeigen 30.000 Burger verkauft haben:
Hier geht’s zu ihrem Beitrag
Sie haben beispielsweise einen Post gemacht, der zwei verschiedene Zielgruppen anspricht und spielen sie genau an die Schnittmenge der beiden aus.

Je zutreffender deine Zielgruppe ist, desto erfolgreicher werden deine Anzeigen. Um eine Zielgruppe zutreffend zu machen muss sie in einem gewissen Maße spezifisch sein – aber nur so spezifisch, dass du damit noch genügend Personen ansprichst (achte immer auf den Tacho!).

Über den Punkt „Verbindungen“ kannst du Personen oder Freunde von Personen, die deinen Facebook Auftritt mit „Gefällt mir“ markiert haben in deine Zielgruppe aufnehmen. Bei diesen Personen ist die Interaktionsbereitschaft mit Beiträgen meist höher, da ihnen auch schon deine Seite gefällt.

Eine Custom Audience als Zielgruppe erstellen

Custom Audiences sind dynamische Zielgruppen. Sie aktualisieren sich selbstständig, da sie mit dem Facebook Pixel auf deiner Webseite arbeiten. Die Größe einer Custom Audience hängt immer von den Besucherzahlen deiner Webseite ab. Wenn du wenige Besucher hast, bleibt deine Custom Audience entsprechend klein.

Über den Werbeanzeigenmanager hast du die Möglichkeit eigene Zielgruppen zu erstellen. Dazu wählst du im Menü den Punkt „Zielgruppen“ und anschließend unter „Zielgruppe erstellen“ „Custom Audience“ aus.

custom_audience_dd

Befindest du dich schon in der Erstellung einer Werbeanzeige, kannst du die Audience auch direkt von dort über „Neu erstellen“ auswählen.

custom_audience_targeting

Es gibt 4 verschiedene Möglichkeiten. Für uns sind vorerst nur die ersten beiden interessant.

custom_targeting

Besucherzahlen deiner Webseite und Kundendatei.

Die Zielgruppe Besucherzahlen deiner Webseite kannst du nur mit Hilfe eines eingebetteten Facebook Pixels erstellen. Ist ein Pixel installiert, hat man folgende Optionen für die Zielgruppe:

pixel_custom_audience

Du hast beispielsweise die Möglichkeit, nur die Besucher in der Zielgruppe zu speichern, die schon auf einer bestimmten Zielseite, wie zum Beispiel deiner Preisseite waren oder Besucher, die eine bestimmte Zeit schon nicht mehr auf deiner Seite waren. Anschließend gibst du an wie lange der Besuch deiner Webseite maximal her sein darf (max. 180 Tage) und speicherst die Zielgruppe.

Über die Option „Kundendatei“ kannst du Mail-Adressen (mindestens 1000) deiner Kunden oder Abonnenten manuell, per CSV oder Textdatei hochladen und speichern. Facebook verschlüsselt die Mail-Adressen und gleicht sie anschließend mit ihrer Datenbank ab (das dauert einige Minuten bis Stunden) und zeigt dir dann die Größe der Zielgruppe an.

Hinweis: Du kannst noch mehrere Kennzahlen hochladen, um die richtigen Personen auf Facebook zu finden:

kennzahlen_hochladen

Sind nur wenige der Mail-Adressen mit einem Facebook-Account verknüpft weist dich Facebook auf eine „Niedrige Übereinstimmungsrate“ hin.

niedrige_uebereinstimmung

Der Nachteil der Kundenlisten ist, dass sie sich nicht automatisch aktualisieren. Du solltest die Kundenliste also regelmäßig neu hochladen.

Eine Lookalike Zielgruppe erstellen

Diese Art der Zielgruppe hat für die Neukundengewinnung das größte Potenzial. Hier werden zu einer Custom Audience, einer Seite oder einem Conversion-Pixel jeweils ähnliche Personen gesucht und in die Zielgruppe aufgenommen. Facebook findet für dich Personen, die die selben Muster und Merkmale aufweisen, wie deine Kunden. So wird deine eigene Reichweite nach oben skaliert und du erreichst potenzielle Kunden, die dich vielleicht noch nicht kennen.

lookalike2

Die Größe einer Lookalike Audience hängt von den Facebook Nutzern des ausgewählten Landes ab. Ich empfehle dir mit 1% zu starten, da dies deiner Quellen-Zielgruppe am ähnlichsten ist und somit gute Ergebnisse aufweisen sollte. In der Schweiz oder in Österreich kannst du auch gleich mit 2% anfangen, da die Anzahl der Facebook-Nutzern in diesen Ländern geringer ist als in Deutschland.

Am besten du tastest dich ran und probierst selbst aus welche Reichweite am besten funktioniert.

Tipp: Mit „Nested Lookalikes“ kannst du testen welche Zielgruppe bei dir am besten funktioniert, während du verhinderst, dass die Zielgruppe zu groß wird. Dabei verschachtelst du die Lookalikes ineinander. Beispielsweise hast du einmal eine Lookalike mit 1% und eine mit 3%. In der Lookalike mit 3% sind die 1% natürlich auch wieder enthalten, deshalb solltest du diese ausschließen.
Erstelle jeweils Lookalike 3%-1%, Lookalike 5%-3%, Lookalike 7%-5% usw. und analysiere die Ergebnisse.

Das war jetzt einiges auf einmal. Hier nochmal das wichtigste zu den Zielgruppen in wenigen Sätzen zusammengefasst:

  • Du möchtest Personen ansprechen, die in einer bestimmten Zeit deine Seite oder bestimmte Unterseiten deiner Seite besucht haben? —> Dazu benötigst du einen Facebook-Pixel auf deiner Webseite und musst eine Custom Audience erstellen. Die Größe der Custom Audience ist abhängig von den Besucherzahlen deiner Seite.
  • Du willst direkt deine Kunden oder Abonnenten aus deinem CRM ansprechen? —> Du benötigst dazu keinen Facebook-Pixel auf deiner Webseite, aber mindestens 1000 E-Mailadressen deiner Kunden. Mit der Liste der Adressen erstellst du eine Custom Audience. Die Größe ist dabei abhängig von den Übereinstimmungen der Kundenliste mit zugehörigen Facebook-Accounts.
  • Du willst potenzielle Neukunden, also Personen, die deinen Kunden ähnlich sind, ansprechen? —> Erstelle aus einer Custom Audience oder Seite eine 1% Lookalike Zielgruppe
  • Du hast noch keine Kundenliste geschweige denn viel Besucherzahlen und willst trotzdem potenzielle Neukunden ansprechen? —> Analysiere den Markt, deine Wettbewerber und deren Kunden und erstelle daraufhin eine Zielgruppe basierend auf deren Verhalten und Interessen.

4. Platzierung

Noch sind wir leider nicht fertig. Als nächstes muss noch die Platzierung, das Budget und der Zeitplan ausgewählt werden.

Dir stehen fünf Platzierungen zur Auswahl:

platzierungen

  • Neuigkeiten auf Mobilgeräten: Deine Anzeige wird auf Smartphones und Tablets angezeigt. Empfiehlt sich nur, wenn deine Webseite auch für mobile Geräte optimiert ist. Diese Platzierung hat im Regelfall die höchste Reichweite, da Facebook sehr mobile-orientiert ist.
  • Instagram: Schaltet deine Anzeige auch auf Instagram. Deine Webseite sollte auch hier unbedingt für mobile optimiert sein. Auf Instagram geht es hauptsächlich um das Visuelle. Überlege dir gut, ob deine Zielgruppe dort vertreten ist und ob deine Anzeigen in das Instagram-Umfeld passen.
  • Audience Network: Das Audience Network ist ein mobiler Werbekanal von Facebook. Er schaltet deine Anzeigen außerhalb von Facebook in ausgewählten Partner-Apps, auf Webseiten, Videos oder in Instant Articles. Auch hier sollte deine Webseite unbedingt für mobile optimiert sein. Du kannst es nutzen wenn du deine Reichweite noch stärker erhöhen möchtest.
  • Desktop News Feed: Schaltet deine Anzeige im News Feed auf einem Desktop PC. Diese Platzierung empfiehlt sich auf jeden Fall!
  • Rechte Spalte auf dem Desktop: Schaltet deine Anzeige in der rechten Spalte neben dem News Feed auf einem Desktop PC (siehe Bild). Dieser Platzierung wird logischerweise nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem News Feed, sie kann aber durchaus gute und günstige Ergebnisse erzielen. Es lohnt sich die rechte Spalte einmal auszuprobieren. Achte darauf, dass die Texte dabei nicht zu lang sind. rechte_spalte

Handlungsempfehlung: Schalte deine erste Anzeige lediglich in dem Desktop News Feed und den Neuigkeiten auf Mobilgeräten. Die anderen Platzierungen kannst du später testen.

5. Budget & Zeitplan

Du kannst zwischen Laufzeit- und Tagesbudget wählen. Ein Laufzeitbudget ist sinnvoll, wenn du eine Anzeige nur über einen bestimmten Zeitraum schalten möchtest. Beispielsweise als Ankündigung für ein Event etc. Dadurch kann es dir nicht passieren, dass du vergisst die Anzeige zu stoppen – Facebook schaltet sie automatisch zum ausgewählten Termin ein und auch wieder aus.

Wenn du nicht an eine bestimmte Zeitspanne gebunden bist, wähle das Tagesbudget. Fang am besten mit einem kleinen Tagesbudget an. Das Mindestbudget pro Tag liegt bei 5€.

Je nachdem wie hoch dein Budget ist verändert sich die tägliche Reichweite. Auf der rechten Seite zeigt dir Facebook die geschätzte tägliche Reichweite an. Daran kannst du dich orientieren, wie viele von deiner gesamten Zielgruppe täglich deine Anzeige sehen und dich darauf einstellen.

reichweite2

Lässt du dir die erweiterten Optionen anzeigen, kannst du noch Änderungen an der Auslieferung, der Belastung des Kontos und dem Werbezeitplan vornehmen.

6. Format, Medien & Text

Jetzt ist deine kreative Seite gefragt. Im besten Fall hast du dir schon im Voraus überlegt wie deine Anzeige aussehen wird und hast dir schon Bilder und Texte zurecht gelegt.

Im ersten Schritt kannst du wählen, ob du ein einzelnes Bild bzw. Video in deiner Anzeige platzieren möchtest, oder mehrere Bilder in Form einer Karussell-Anzeige erstellst.

Tipp: Wenn du einen Beitrag deiner Pinnwand bewerben möchtest, wähle einfach ganz oben „Bestehenden Beitrag verwenden“ aus und wähle den entsprechenden Beitrag.

medien2

Karussell-Anzeigen eignen sich hervorragend um mehrere Produkte, oder mehrere Funktionen zu präsentieren, oder um einen Prozess oder eine Geschichte zu erläutern. Jedes Bild kannst du dabei mit einer individuellen Zielseite verlinken. Es lohnt sich die Karussell-Anzeigen zu testen!

Format-Hinweis: Die Bilder der Karussell-Anzeigen werden quadratisch in einer Größe von 600×600 Pixel angezeigt. Das solltest du bei der Erstellung der Bilder beachten. Du kannst natürlich auch Bilder in einem größeren Format hochladen und den Bildausschnitt bei der Anzeigenerstellung festlegen.

Anzeigen, die Videos beinhalten können auch sehr schnell viral gehen. Falls du allerdings kein professionelles Video zur Hand hast, rate ich dir lieber ein schönes Bild zu nehmen. Facebook bietet seit einiger Zeit auch die Möglichkeit an, eine Slideshow genauer gesagt ein Video zu erstellen, dass aus mehreren Bildern besteht. Mich hat die Slideshow-Funktion noch nicht überzeugt, aber teste es am besten selbst.

Format-Hinweis: Videos sollten am besten ein Seitenverhältnis von 16:9 und eine H.264 Komprimierung aufweisen.

Es geht aber nichts über eine Anzeige mit einem tollen Bild! Auch wenn du dich nicht mit Fotografie und Grafik auskennst, gibt es viele Tools, wie z.B. Canva mit denen du eindrucksvolle Anzeigenbilder erstellen kannst. Du solltest in jedem Fall verschiedene Bilder bei deinen Anzeigen ausprobieren und schauen welche die besten Ergebnisse liefern.

Format-Hinweis: Bilder in normalen Werbeanzeigen sollten eine Bildgröße von 1.200×628 Pixeln besitzen. Und lade deine Bilder unbedingt im PNG-Format hoch, da es bei JPEG oft zu unschönen Bildfehlern in Facebook kommt.

Facebook legt Wert darauf, dass Bilder nicht zu viel Text enthalten, da laut ihren Studien Menschen lieber Werbeanzeigen mit wenig bis keinem Text sehen. Somit empfiehlt Facebook persönlich alle Texte mit in den Beitrag und nicht in das Bild zu schreiben.

Bis vor kurzem gab es deshalb noch eine 20% Regelung, die Bilder mit über 20% Textanteil nicht genehmigt hat. Seit Juni gibt es zum Glück vieler Werbetreibenden eine neue Funktion, die das mit den Textanteilen nicht mehr so streng sieht. Die Funktion hat folgendes Prinzip: Je mehr Text ein Bild enthält, desto mehr reduziert Facebook die Reichweite der Anzeige.

Ob dein Bild noch im grünen Bereich liegt kannst du mit einem Tool von Facebook überprüfen.

Als Beispiel zeige ich unsere EM Tippspiel-Anzeige die verhältnismäßig viel Text beinhaltet und nach der alten 20% Regelung sicher nicht genehmigt worden wäre.

tippspiel_fb

Laut dem neuen Tool wird die Werbeanzeige normal geschaltet und ich muss mir keine Sorgen um eine geringere Reichweite machen – super 🙂

Jetzt noch Texte erstellen. Du hast drei Felder um Text zu platzieren: Titel, Text und Beschreibung des Links. Nehmen wir noch mal unser Beispiel vom Anfang zur Hand:
texttitel

Zuletzt noch einen Call to Action Button auswählen (optional):

cta

Wie auch bei den Bildern heißt es hier: Varianten testen!! Auch du musst testen, welche Bilder, CTAs und welche Texte für dein Business funktionieren und gute Ergebnisse liefern. Beim testen ist allerdings ganz wichtig: Ändere immer nur einen Faktor auf einmal! Sonst kannst du nicht beurteilen welche deiner Änderungen eine Verbesserung / Verschlechterung ausgelöst hat und hast kein System hinter deinen Anzeigen.

Zum Schluss kannst du deine Bestellung in einer Übersicht mit allen Fakten noch einmal überprüfen und anschließend aufgeben – GESCHAFFT!

Am besten du machst nun noch zwei weitere Anzeigenvarianten mit jeweils einer Abweichung (einmal anderes Bild und einmal anderer Text), um vergleichen zu können.

Jetzt heißt es abwarten und beobachten.

Wichtige Kennzahlen, die du im Blick haben solltest:

CTR: Die gesamte Anzahl der Klicks geteilt durch die Anzahl der Impressionen (wie oft die Anzeige erstmalig angezeigt wird). Je höher desto besser.
CPC: Gibt die Kosten pro Klick auf deine Anzeige an.
Conversions & Kosten pro Conversion (falls du einen Pixel aktiv hast): Gibt die Anzahl der von dir festgelegten Handlungen an. Meistens Einkäufe, Sign-Ups oder Abos. Sobald ein Pixel installiert ist sind die Kosten pro Conversion ein sehr wichtiger Wert.
Frequenz: Gibt an wie häufig deine Anzeige an die einzelnen Personen geschaltet wird. Bei einem zu hohen Wert solltest du evtl. lieber eine neue Anzeige erstellen.
Relevanzbewertung: Gibt auf einer Skala von 1-10 an wie relevant deine Anzeige für die Zielgruppe ist. Wird gemessen anhand von Interaktionen. Die Relevanzbewertung sollte auf jeden Fall über 5 liegen, falls du darunter bist solltest du dir noch einmal Gedanken über passende Texte / Bilder machen.

Facebook hat außerdem eigene interessante Auswertungen integriert. Sobald du dich im Werbeanzeigenmanager in einer Werbeanzeigengruppe befindest, kannst du oben Graphen für Leistung, Demografie und Platzierung sehen. Es lohnt sich diese sorgfältig anzuschauen, um die eigene Zielgruppe noch besser kennen zu lernen und zu sehen welche Platzierung am effektivsten ist.

Sobald du weißt welche Anzeige am besten läuft (günstigste Conversions) kannst du die anderen ausschalten. Je nach Größe deiner Zielgruppe wird deine Anzeige in einigen Tagen an die meisten Personen aus deiner Zielgruppe ausgespielt worden sein. Dann wirst du merken, dass sich die Werte verschlechtern und die Conversions teurer werden. Das sind Anzeichen dafür, dass es wieder Zeit für einen neuen Text und ein neues Bild ist.

Geld für Facebook-Anzeigen auszugeben ist leicht. Schnell mal einer Anzeige mit vielen Klicks mehr Budget zuschieben erscheint vielen sinnvoll. Die Anzeige läuft gut, also warum nicht?

Weil Klicks dir in erster Linie kein Geld bringen! Du musst messen wie viele dieser Klicks tatsächlich am Ende zu einem Kunden konvertieren und dir Einnahmen verschaffen. Bevor du das nicht messen bzw. einschätzen kannst würde ich dir davon abraten dein Budget einfach zu erhöhen.

7. Fazit:

Facebook Anzeigen beanspruchen viel Zeit und Nerven sind aber durchaus ein großer Hebel was die Kundengewinnung angeht. Ich bin überzeugt, dass so gut wie jedes Business Facebook Anzeigen erfolgreich für seine Zwecke nutzen kann. Das Problem ist, dass meistens nur halbherzig ausprobiert und viel zu schnell wieder aufgegeben wird – also dran bleiben!

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